Author Archives: dokART Team

dokART Filmabend #122– 18.01.2018 – Jacobsen/Vilela – Outro Sertão

Donnerstag 18.1. 19 Uhr

Outro Sertão (Der andere Sertão) OmU

R: Adriana Jacobsen, Soraia Vilela, BR 2013, 73 min

Der brasilianische Schriftsteller João Guimarães Rosa wurde 1938 als Diplomat nach Hamburg entsendet. Der andere Sertão zeichnet die vierjährige Episode eines Lebens zwischen Beruf und Berufung nach, die in Deutschland weitgehend vergessen ist. Das Tagebuch des Autors mit Hinweisen auf zahlreiche Schauplätze in Hamburg diente als roter Faden bei der Recherche zum Film. Archivaufnahmen, überwiegend von Amateuren, deren Bildsprache diametral zur heroischen Naziästhetik steht, ein bislang unveröffentlichtes Interview mit Rosa sowie Aussagen von Juden, denen Rosa zur Ausreise verhalf, werden zu einer subtilen Collage verwoben. Der vor kurzem gefeierte 50. Todestag des Autors wirft weiterhin die Frage auf, inwieweit Rosas Erfahrung in Hamburg für die Entstehung seines berühmtesten Romans, Grande Sertão (1956), von Bedeutung war.

Einführung: Prof. Dr. Markus Klaus Schäffauer, Universität Hamburg, Institut für Romanistik Zu Gast: Soraia Vilela In Kooperation mit der Universität Hamburg

dokART Filmabend #121 – 18.12.2017 – Ladnar/Pilkington/Moritz/Thums – Port of Call

Montag, 18.12. 19:00 Uhr

Port of Call

R: D. Ladnar, E. Pilkington, L. Moritz, J. Thums, D 2017, 75 Min.

2085: Im postapokalyptischen Hamburger Hafen leben die Menschen auf dem Wasser. Walrosse haben sich angesiedelt. Der Wasserspiegel ist gestiegen. Manchmal kommen noch Container an, aber keiner weiß, wie und warum. Zwei musizierende Zeitreisende (aka Knarf Rellöm und Ronnie Henseler) machen sich auf in das Jahr 2017 und treffen auf ihrer Expedition durch den Hafen Seeleute, Hafensenioren und Lastwagenfahrer, stoßen auf Schiffwracks und werden auf einem selbstgebauten Floß mitgenommen. Sie senden Nachrichten in die Zukunft, und sie versuchen, die Menschen der Gegenwart angesichts der Zukunft zu warnen.

„PORT OF CALL“ ist konzipiert als partizipative Internetserie, die innerhalb von drei Wochen im Sommer 2017 im Hamburger Hafen in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort realisiert wurde. Ihr Alltag ist Ausgangspunkt für Stories, die zwischen Dokumentation, Fiktionalisierung und Inszenierung oszillieren.

Zu Gast: irreality.tv

dokART Filmabend #120 – 07.12.2017 – Grimm/Fiedler – Grund und Boden – Fischer – Sang und Klang

Donnerstag, 7.12.  21:15 Uhr

Grund und Boden

R: Maren Grimm, Markus Fiedler, D 2015, 32’20 Min.

Sang und Klang

R: Uli Fischer, D 2017, 15’00 Min.

Der Hamburger Hafen im Wandel. Zwei kurze Langzeitbeobachtungen geben Einblick in verschiedene Phasen eines umfassenden Wandlungsprozesses. Alte Strukturen werden aufgegeben, neue geschaffen, Investorenpläne schrittweise realisiert.

Die Lagerhäuser und Kais in Steinwerder haben ausgedient. Die Welt rund um einen Taxirufautomaten herum wird Schritt für Schritt demontiert und abgeräumt. Sein Klingeln verhallt ungehört und wird ergänzt mit Fragmenten historischer Beschreibungen, Bekanntmachungen der Hamburg Port Authority sowie Erlebnissen der Filmemacher.

Währenddessen entsteht kaum mehr als ein Steinwurf entfernt die Elbphilharmonie. Seit 2005 begleitete Uli Fischer diesen Bauprozess und ergänzt die Bilder mit Auszügen aus Protokollen der Bürgerschaftssitzungen. Anfänglicher Enthusiasmus weicht gegenseitigen Schuldzuweisungen und allgemeiner Ratlosigkeit angesichts der immensen Kostenentwicklung.

Zwei filmische Beobachtungen werfen die Frage danach auf, welche Rolle dokumentarisches Filmschaffen in Stadtentwicklungsprozessen übernimmt.

Zu Gast: Maren Grimm, Markus Fiedler und Uli Fischer

 

dokART Filmabend #118 – 06.11.2017 – Larcher: Baumeister – Staeger: Urban Poems – Gaus/Sattel: Beyond Metabolism

Montag, 06.11. 21.15 Uhr

Baumeister R: Claudia Larcher, AT 2012, 9:30 min

Urban Poems/Zielpunkte der Stadt R: Jörn Staeger, DE 2004, 8:30 min

Beyond Metabolism R: Stefanie Gaus/Volker Sattel, DE 2011, 41 min

Die Architekturutopien der Nachkriegsmoderne werden oft als Auswüchse vergangener urbanistischer Träume empfunden und abgerissen. Doch die Zeiten, in der die „Betonmonster“ lediglich als Bausünden galten, sind längst vorbei.

Der Filmabend zeigt drei unterschiedliche Perspektiven auf solche Architekturutopien. Während Jörn Staegers Film Fernsehtürme, Stadtmöblierung in Fußgängerzonen und gekachelte U-Bahn-Unterführungen als besonders bemerkenswerte visuelle Punkte in der Stadt zeigt, sind Baumeister und Beyond Metabolism je einem spezifischen Gebäude gewidmet: In Baumeister erscheint das ORF-Funkhaus in Dornbirn als eine Art radiophones Raumschiff, Beyond Metabolism porträtiert das Kongresszentrum in Kyoto anhand der Klimakonferenz von 1997 als einen komplexen Organismus aus Beton.

Einführung: Dr. Cornelia Lund

In Kooperation mit den Seminaren Ungeliebte Denkmale – Hamburger Nachkriegsmoderne/HAW Hamburg und SOSBrutalism. Filme retten die Betonmonster/HafenCity Universität Hamburg

 

dokART Filmabend #119 – 14.11.2017 – Ila Bêka/Louise Lemoine – Barbicania

Dienstag, 14.11. 21.15 Uhr

Barbicania

R: Ila Bêka/Louise Lemoine, FR/UK 2014, 90 min

Der Barbican Estate, ein Wohnanlage aus den 1960er und 70er Jahren, und das 1982 eröffnete Barbican Centre, ein Kultur- und Konferenzzentrum, bilden zusammen ein Viertel in der City of London. Hing dem Komplex zunächst das Negativimage des Brutalismus an, handelt es sich mittlerweile um höchst begehrte Immobilien. Barbicania spürt dem besonderen Charakter dieses Viertels nach, indem der Film nicht nur die Formensprache der Architektur ergründet, sondern auch ihre Nutzung zeigt und ihre Bewohner_innen porträtiert.

Einführung: Dr. Cornelia Lund

In Kooperation mit den Seminaren Ungeliebte Denkmale – Hamburger Nachkriegsmoderne/HAW Hamburg und SOSBrutalism. Filme retten die Betonmonster/HafenCity Universität Hamburg

dokART Filmabend #117 – 23.10.2017 – Lars Jessen – Fraktus

Montag, 23.10. 21.15 Uhr

Fraktus

R: Lars Jessen, DE 2012, 95 min

Der Film erzählt die Geschichte der (seinerzeit fiktiven) Band Fraktus (eine Kreation des Studio Braun). Nachdem die Band Anfang der 1980er Jahre offenbar Musikgeschichte geschrieben hatte, was durch reichlich Archivaufnahmen und Interviews mit Musikgrößen wie Blixa Bargeld, Stefan Remmler oder Dieter Meier belegt wird, verschwand sie urplötzlich sang- und klanglos von der Bildfläche. Jahre später versucht der Musikproduzent Roger die Bandmitglieder zu einem Comeback zu bewegen, was sich angesichts der schwierigen Charaktere als Mammutaufgabe erweist.

dokART Filmabend #116 – 04.10.2017 – Peter Jackson – Forgotten Silver

Mittwoch, 04.10. 21.15 Uhr

Forgotten Silver

R: Peter Jackson, NZ 1995, 53 min.

Forgotten Silver ist ein Mockumentary des Herrn der Ringe-Regisseurs Peter Jackson. Erzählt wird die (fiktive) Biographie des neuseeländischen Filmemachers Colin McKenzie. Demnach soll McKenzie den ersten Flug eines Menschen mit der Kamera festgehalten haben und auch den ersten abendfüllenden Spielfilm der Geschichte gedreht haben. Die Lebensgeschichte McKenzies verliert sich dann im Spanischen Bürgerkrieg, wo er angeblich umgekommen sei. Der Film arbeitet mit den bekannten Stilmitteln des Dokumentarfilms (Archivaufnahmen, Interviews) und ist in jeglicher Hinsicht fiktiv. Dies rief seinerzeit starke Kontroversen unter Historikern und Filmkritikern hervor.

dokART Filmabend #115 – 19.09.2017 – Conny Plank – The Potential of Noise

Dienstag 19.9. 21.15
Conny Plank – The Potential of Noise 

R: Reto Caduff, Stephan Plank, D 2016, 90 min

Eurythmics, Kraftwerk, DAF − sie hatten ihn alle. Unter Conny Planks Fittichen nahmen sie ihre ersten Werke auf, lernten laufen, gingen neue Wege. Und Conny Plank konnte wählerisch sein. Schenkt man der Legende Glauben, erteilte der Tontüftler selbst David Bowie eine Absage. Wer war dieser Typ, dessen Studio in der Nähe von Köln in den 60ern bis 80ern zur Pilgerstätte für Musiker aus aller Welt wurde, zur Brutstätte innovativer Klangwelten. Soundexperimentalist? Poprevolutionär? Auf der Suche nach dem Menschen und Produzenten begeben sich sein Sohn Stephan Plank und Regisseur Reto Caduff auf eine Reise durch die Musikgeschichte.

mit Gästen

In Kooperation mit Unerhört! Musikfilmfestival http://www.unerhoert-filmfest.de/Dienstag/

 

 

 

 

dokART Filmabend #114 – 07.09.2017 – All Things Must Pass: The Rise and Fall of Tower Records

Donnerstag 7.9. 21.15 Uhr

All Things Must Pass: The Rise and Fall of Tower Records, OmU

R: Colin Hanks, US 2015, 94 min

Die internationale Plattenladen-Kette Tower Records war beinahe 50 Jahre lang eine der wichtigsten Institutionen für Musikliebhaber. Elton John und Bruce Springsteen gehörten zu ihren Stammkunden, Dave Grohl war Mitarbeiter in einem ihrer Läden. Zeitweilig existierten 200 Tower Record-Shops weltweit, die im Jahr 1999 noch 1 Milliarde Umsatz einbrachten. Sieben Jahre später war die Kette beinahe über Nacht pleite. Der Film des ältesten Sohnes von Tom Hanks beleuchtet die Hintergründe des Aufstiegs und Falls von Tower Records und porträtiert gleichzeitig einen der wichtigsten Querdenker in der Musikbranche, den Begründer Russ Solomon. Der Film erzählt gleichzeitig die dramatischen Veränderungen des Musikgeschäfts und den kulturellen Umgang mit dem Konsum populärer Musik.

Kurze Einführung in den Musikdokumentarfilm-Monat

 

dokART Filmabend #113 – 30.08.2017 – Nach Wriezen

Mittwoch, 30.08. 19 Uhr

Nach Wriezen
R: Daniel Abma, D 2012, 87 min

Der mit einem Grimme-Preis ausgezeichnete Film begleitet drei jugendliche Straftäter über drei Jahre bei ihrem Weg in die neue Freiheit nach jahrelanger Haft in der JVA Wriezen. Einer der porträtierten Täter ist Marcel Schönberg, Hauptangeklagter im Mordfall Marinus Schöberl. Daniel Abma zeigt in seinem Film nicht nur die Schwierigkeiten bei der Resozialisierung junger Menschen, sondern stellt auch ohne voreilige Wertungen existentielle Fragen nach dem Zustand der heutigen Gesellschaft. Schaffen es jugendliche Straftäter jemals, sich von ihrer schwer belasteten Vergangenheit zu befreien und ein neues Leben zu beginnen?

 

 

 

dokART Filmabend #112 – 08.08.2017 – Zur falschen Zeit am falschen Ort

Dienstag, 08.08. 21.15 Uhr

Zur falschen Zeit am falschen Ort

R: Tamara Milosevic, D 2005, 60 min

Der Film setzt sich mit dem Ort Potzlow und seinen sozialen Strukturen auseinander, in dem am 13. Juli 2002 Marinus Schöberl durch drei ihm gut bekannte Jugendliche getötet wurde. Im Mittelpunkt des Films stehen Matthias Muchow und dessen Familie. Matthias war ein enger Freund von Marinus und der erste, der ihn tot aufgefunden hat. Tamara Milosevic zeichnet ein Porträt des Ortes und seiner Bewohner, in dem Jugend und Erwachsenenwelt eng und auf problematische Weise miteinander verbunden sind. Ohne vorschnelle Wertungen begleitet die Filmemacherin den Ort und die Bewältigungsversuche des dort verübten Verbrechens.

 

WATERKANT TURNS WATERFRONT

Immer wieder fordern urbane Transformationsprozesse Dokumentarfilmende heraus. Der Hamburger Hafen als Schauplatz aktueller Stadtentwicklungsprozesse bildet keine Ausnahme, bringt aber eine Ortsspezifik mit sich, die ihn von anderen urbanen Räumen unterscheidet. Im Dezember zeigt dokART drei aktuelle dokumentarische Filme über den Hafen im Wandel, die das Prinzip der Langzeitbeobachtung auf urbane Räume unterschiedlich anwenden und künstlerische Grenzen ausloten.

dokART Filmabend #111 – 25.07.2017 – It for Others


Dienstag, 25.07. 19.00 Uhr 

It for Others

R: Duncan Campbell, UK 2013, 54 min

Der Film Les statues meurent aussi“ von Chris Marker, Alain Resnais und Ghislain Cloquet fragt bereits 1953, was mit afrikanischen Masken und Gegenständen des Alltags- und Rituallebens passiert, wenn sie in ein europäisches Museum gelangen. Statt im Gebrauch und damit beseelt zu sein, so die These des Films, werden sie Teil einer aus westlicher Perspektive erzählten Kunstgeschichte. Der Essayfilm „It for Others“, Gewinner des Turner Prize 2014, greift diese These auf und versetzt sie in die Gegenwart. Aus Gründen des Copyrights darf er die Masken aus „Les statues“ nicht einmal mehr zeigen und spinnt stattdessen einen Diskurs, der von Irland über Afrika bis China reicht, um den Wert der Kunst zu ermitteln.

Les statues meurent aussi (Auch Statuen Sterben) , OmEU TBC

R: Chris Marker, Alain Resnais, Ghislain Cloquet, FR 1953, 30 min

Der EssayfilmLes statues meurent aussi“ fragt bereits 1953, was mit afrikanischen Masken und Gegenständen des Alltags- und Rituallebens passiert, wenn sie in ein europäisches Museum gelangen. Statt im Gebrauch und damit beseelt zu sein, so die These des Films, werden sie Teil einer aus westlicher Perspektive erzählten Kunstgeschichte. Der Essayfilm „It for Others“, Gewinner des Turner Prize 2014, greift diese These auf und versetzt sie in die Gegenwart. Aus Gründen des Copyrights darf er die Masken aus „Les statues“ nicht einmal mehr zeigen und spinnt stattdessen einen Diskurs, der von Irland über Afrika bis China reicht, um den Wert der Kunst zu ermitteln.


dokART Filmabend #110 – 03.07.2017 – Episode III: Enjoy Poverty


Montag, 03.07. 21.30 Uhr

Episode III: Enjoy Poverty, OmU

R: Renzo Martens, BE 2008, 90 min

„Enjoy Poverty“ hinterfragt den europäischen Humanitarismus in Afrika. Zur Szenerie des Films gehören u. a. ein UN-Flüchtlingslager, die NGO Ärzte ohne Grenzen, die verarmten Arbeiter einer Plantage sowie kongolesische Fotografen. Martens tritt immer wieder selbst ins Bild: das eine Mal als altruistischer Lehrer, das andere Mal als Personifizierung eines exzentrischen Künstlers. Bilder afrikanischer Opfer von Hunger und Gewalt sind eines der wichtigsten Exportgüter des Kongo, so die These des Films. Doch diejenigen, die diese Bilder machen, sind weiße Journalisten westlicher Nachrichtenagenturen. Die Kongolesen können von der, wie Martens provokativ sagt, „Ressource Armut“ nicht profitieren.



 

 

dokART Filmabend #109 – 26.06.2017 – Der Kick


Montag, 26.06. 21.15 Uhr

Der Kick
R: Andres Veiel, DE 2006, 82 min.

In Potzlow, einem Dorf in der Nähe von Berlin, geschieht in der Nacht zum 13. Juli 2002 ein grausames Verbrechen. Drei Jugendliche quälen den 16-jährigen Marinus Schöberl und ermorden ihn anschließend. Obwohl es Zeugen und Mitwisser im Dorf gibt, bleibt das Verbrechen und die Leiche über Monate unentdeckt. Den Regisseur Andres Veiel lässt die Frage nicht mehr los, wie so etwas passieren kann. Gemeinsam mit der Dramaturgin Gesine Schmidt begibt er sich auf Spurensuche in Potzlow und spricht mit Tätern, Dorfbewohnern und Angehörigen. Die Ergebnisse ihrer Recherche verdichteten sie zu einem filmischen Protokoll für zwei Schauspieler, einer Collage aus Texten, die die Schauspieler Susanne-Marie Wrage und Markus Lerch beklemmend nüchtern und eindringlich inszenieren.

Zu Gast: Andres Veiel


 

dokART Filmabend #108 – 12.06.2017 – Vergiss mein nicht


Montag, 12.06. 21.15 Uhr

Vergiss mein nicht
R: David Sieveking, DE 2012, 88 min.

Um das Vergessen und die Liebe geht es an diesem Abend in „Vergiss mein nicht“ des Regisseurs David Sieveking. Darin zeichnet er ein einfühlsames und würdevolles Porträt seiner demenzkranken Mutter Gretel. Während er wieder bei ihr einzieht und sie für einige Wochen pflegt, filmt er mit einem kleinen Filmteam den gemeinsamen Alltag. Durch die Dreharbeiten blüht Gretel wieder auf und entwickelt neue Lebensfreude. Aus der Krankheit seiner Mutter entsteht ein Neuanfang und aus Sievekings biografischem Filmprojekt eine Liebeserklärung an das Leben und eine Reise durch die Familiengeschichte.

Zu Gast: David Sieveking


dokART Filmabend #107 – 25.05.2017 – Above and Below


Montag, 22.05. 19 Uhr Metropolis Kino Hamburg

Above and Below OmU

R: Nicolas Steiner, DE/CH 2015, 118 min.

„Above and Below“ zeigt Überlebenskünstler am Rand der amerikanischen Gesellschaft: Rick und Cindy in der Kanalisation von Las Vegas, Dave in einem verlassenen Bunker, April auf ihrer Marsmission in der Wüste Utahs. Die Dramaturgie des Films wird dabei wesentlich von der Musik beeinflusst, die zum Teil schon während der Recherche entstand und beim Dreh selbst genutzt wurde. So ist eine eindrucksvolle Poetik entstanden, für die das Komponistenkollektiv Paradox Paradise 2015 den Dokumentarfilmmusikpreis erhalten hat. 2016 erhielt „Above and Below“ den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm. Die Vorführung ist die Hamburg-Premiere des Films!

Zu Gast: Nicolas Steiner und John Gürtler (Komponistenkollektiv Paradox Paradise)


dokART Filmabend #106 – 08.05.2017 – Brazil ’84 – KANU – Kanu belong Keram


Montag, 08.05. 21.15 Uhr Metropolis Kino Hamburg

Brazil ’84
R: Phill Niblock, Live-Gitarre: Jan Feddersen, USA 1984, 77 min.
KANU
Musik: 0101 (Daniel von Rüdiger, Carl), DE/PNG 2017, 15 min.
Kanu belong Keram OmU
R: Daniel von Rüdiger, CH/PNG, 16 min.

Menschliche Arbeit in unelektrifizierter Form ist das Thema an diesem Abend. Die Wahrnehmung der rhythmischen Arbeitsvorgänge wird dabei wesentlich beeinflusst durch den Einsatz von Musik. Während Phill Niblock seinen Stummfilm, der zur Serie „The Movement of People Working“ gehört, über die Jahre hinweg mit unterschiedlicher musikalischer Begleitung gezeigt hat, experimentiert Daniel von Rüdiger mit unterschiedlichen Formaten. Sein in Papua-Neuguinea aufgenommenes Bild- und Tonmaterial kann dabei die Form einer audiovisuellen Live-Performance annehmen oder eben – wie hier präsentiert – eines reinen Hörstücks und eines ethnologischen Dokumentarfilms.

Zu Gast: Daniel von Rüdiger
Live-Gitarre: Jan Feddersen

dokART Filmabend #105 – 25.04.2017 – Les Nouveaux Chiens de garde


Les Nouveaux Chiens de garde

F 2012 – Yannick Kergoatt, Gilles Balbastre – 84 Min. – OmeU

Dienstag – 25. April 2017 – 21:45 Uhr – Metropolis Kino Hamburg

Der Journalist und heutige Chefredakteur von Le Monde diplomatique, Serge Halimi, veröffentlichte vor 20 Jahren einen Essay, um die Dominanz weniger Star-Journalisten und die fehlende Meinungsvielfalt in der französischen Medienlandschaft anzuprangern. Dabei bezog er sich auf das Essay „Les chiens de garde“ des linksintellektuellen Autors Paul Nizan von 1932.

2012 wurde das Thema filmisch umgesetzt und scheint aktueller denn je: hunderte Sendungen auf diversen Kanälen, die immer selben, wenigen Gesichter und eine einzige Ideologie.

Ihre demokratische Rolle nehmen Zeitungen und Fernsehsender, die schon lange zu börsennotierten Konzernen gehören, heute kaum mehr wahr. Dieses Einheitsdenken bzw. diese Pensée unique steht im Fokus dieser satirischen Doku.


dokART Filmabend #104 – 06.04.2017 – Merci Patron !


Merci Patron !

F 2016 – François Ruffin – 83 Min. – OmU

Donnerstag – 06. April 2017 – 19:00 Uhr – Metropolis Kino Hamburg

Zu Gast: France Insoumise Hambourg

Armut in Nordfrankreich: Das Ehepaar Klur ist arbeitslos, seitdem der Luxus-Konzern LVMH Moët Hennessy LouisVuitton lieber in Niedriglohnländern produzieren lässt. Zuletzt soll ihr Haus gepfändet werden. Ruffin, Chefredakteur des linkspolitischen Satiremagazins Fakir, meint, dass in diesem Fall der reichste Mann Frankreichs, der Firmenchef von LVMH, Bernard Arnault, ruhig etwas von seinem Geld abgeben könnte …

Der Film wurde im März 2016 auf der Place de la République im Rahmen der Nuit-Debout-Versammlungen gezeigt und befeuert seitdem die politische Diskussion im französischen Wahlkampf. Unlängst wurde der Film mit dem César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.


 

dokART Filmabend #103 – 22.03.2017 – Mar de Sines (Sea of Sines)


Mar de Sines (Sea of Sines)

PRT 2016 – Diogo Vilhena – 71 Min.

Mittwoch – 22. März 2017 – 21:15 Uhr – Metropolis Kino Hamburg

Zu Gast: Peter Koj (Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft)

Aufwändig gedreht mit EU-Mitteln und Geldern der Stadt Sines, unter Beteiligung von Musikern der Region, im Einvernehmen mit der Fischergemeinde, die noch immer dem vor Ort entstandenen Industriekomplex trotzt, um ihr kulturelles Erbe zu bewahren: Die Protagonisten dieses preisgekrönten ethnografischen Films gaben Diogo Vilhena, der unter ihnen aufwuchs, ganze 100 Interviews. Drei Generationen treten vor die Kamera, erzählen über ihren Beruf als Fischer, zeigen, wie sie Boote bauen, präsentieren traditionelle Fangtechniken, bezeugen Schicksale. Durch eine Drohne sind im Flug atemberaubende Bilder von der zerklüfteten Küste des Alentejo entstanden. Mit einem Original-Soundtrack von Charlie Mancini.


dokART Filmabend #102 – 07.03.2017 – A Campanha do Creoula


A Campanha do Creoula (The Quest of the Schooner Creoula)

PRT 2013 – André Valentim Almeida – 87 Min. – OmeU

Dienstag – 07. März – 19:00 Uhr – Metropolis Kino Hamburg

Sommer 2010, die Fußball-WM ist voll im Gange, André Valentim Almeida begibt sich mit an Bord eines Expeditionsschiffes, um die Forschercrew zu den Ilhas Selvagens nach Neufundland zu begleiten. In A Campanha do Creoula (The Quest of the Schooner Creoula), einem Filmessay, verwebt Almeida die lockere Atmosphäre mit der portugiesischen Geschichte mittels literarischer Erzählung aus dem Off und Archivbildern aus den 1960er Jahren. In intimen Momenten evoziert er die Kabeljaufischerei seines Landes, in Erinnerung an seinen Onkel, damals Kapitän. Ein delikater und zugleich unterhaltsamer Film, stets auf der Suche nach Fernsehempfang für die Fußballübertragung.


dokART Filmabend #101 – 28.02.2017 – Wundkanal


Wundkanal  – Metropolis Kino Hamburg

Dienstag 28.2.  21.15 Uhr – R: Thomas Harlan, D/F 1984, 107 min

Ein alter Mann wird entführt und von seinen Kidnappern verhört. Dabei wird die Biografie eines Massenmörders freigelegt. Der heute Achtzigjährige war als einer der obersten SS-Führer für die Ermordung von Tausenden von Menschen in der Sowjetunion verantwortlich und „Erfinder“ einer infamen Liquidationstechnik der Nazis: des fingierten Selbstmords politischer Gefangener. Thomas Harlan begnügt sich in Wundkanal nicht mit der Rekonstruktion der Geschichte dieses Schreibtischtäters, sondern zieht darüber hinaus Linien vom Nationalsozialismus bis zum Bau der Hochsicherheitstrakte im Stammheimer Gefängnis.

Zu Gast: Jesko Jockenhövel (Medien-/Filmwissenschaftler)

dokART Filmabend #100 – 09.02.2017 – Torre Bela


Torre Bela – Metropolis Kino Hamburg

Donnerstag 9.2.  19 Uhr R: Thomas Harlan, Jacques d‘Arthuys, F/P/I/CH 1975, 105 min OmeU

Torre Bela ist ein Dokumentarfilm über die Nelkenrevolution in Portugal: Er zeigt die Besetzung eines Schlosses und die Gründung einer Kooperative. Ursprünglich sollte der Film anderen Kooperativen als Anschauungsmaterial dienen und ein Modell von politischem Handeln aufzeigen. Die Bauern der Kooperative wurden monatelang von der Kamera begleitet, so dass die Anwesenheit der Kamera selbstverständlich wurde: „Es fällt also gar nicht mehr ein, für sie, ohne sie, etwas zu machen […] oder in sie reinzuschauen. Es gibt also in dem Film keinen Blick in die Kamera.“ (Thomas Harlan in Wandersplitter)